Casting Study: Zweiteiliger Stanzkörper
Seit drei Generationen fertigt die Firma B-V leistungsstarke Spezialhandstanzen aus zwei sandgegossenen schmiedbaren Eisenhälften. Durch die Ungenauigkeiten beim Sandgießen waren Sortier- und ausgedehnte Passungsverfahren zur Lokalisierung der passenden Hälften erforderlich. Stärkeschwankungen von bis 0,025 Zoll traten auf und die Referenzpunkte bei der Bearbeitung waren uneinheitlich. Fast jede Oberfläche wurde zwecks Passung bzw. Erscheinungsbild geschliffen oder poliert. Insgesamt führten die 65 unterschiedlichen Bearbeitungs-, Passungs, Montage- und Endbearbeitungsschritte zu erhöhten Herstellungskosten. Die Versuche, die Kosten mithilfe von Sandgussteilen aus schmiedbarem Eisen zu senken, waren erfolglos, weshalb die Firma B-V nach einer Alternative aus einem Nichteisenmetall suchte. Der Zinkdruckguss übertraf die Erwartungen. Alle Teile sind jetzt genau gleich und die Hälften können nun ohne zusätzliche Formgebung oder Endbearbeitung miteinander gepaart werden. Die Formtasche nimmt im Gusszustand die Stahlform ohne Maßänderung auf, wobei der Fahrkartenschlitz beim Gießen entsteht. Das Stanzprofil am Formhohlraum ist stabil und die gegossenen Drehpunkt-Stiftlöcher sind genau ausgerichtet. Die Kosten der Gussformhälften betragen ein Drittel der Kosten für Sandgussteile aus Schmiedeeisen. Die 65 Verfahrensschritte wurden auf 20 reduziert, was einer Reduktion der Produktionskosten um 50 Prozent gleichkommt. Die Stanzeinheit aus Zink besitzt dasselbe Gewicht und fühlt sich genauso an wie die Eisen-Stanze, wobei nur wenig kosmetisches Polieren mit einem milden Schleifband erforderlich ist. Die Herstellung der Stanzen erfolgt durch Druckguss, wobei eine Verchromung möglich ist, falls glänzend leuchtende Stanzen gewünscht werden.